403 Goldeiche in Bad Berleburg

Goldene Ansichten im Frühsommer

Der Wonnemonat Mai ist gekommen und einer Gedichtzeile zufolge schlagen nun die Bäume aus. Und das nicht nur im zarten Grün. Nahe dem Bad Berleburger Ortsteil Wemlighausen, unweit von Hof Rüsselbachs lässt sich jedes Jahr im Mai ein besonderes Naturschauspiel beobachten: Eine Eiche mit goldgelbem Laub.
Bei dieser sogenannten Goldeiche (Quercus robur Concordia) handelt es sich um eine mutierte, das heißt genetisch veränderte Stieleiche. Die Mutation ist das Ergebnis einer Laune der Natur. Die Gründe für die außergewöhnliche Laubfärbung sind bislang noch nicht hinreichend erforscht. Sicher ist: Die goldene Blattfärbung zeigt sich nur für etwa drei Wochen. Im Sommer verfärben sich die Blätter grün und unterscheiden sich dann nicht mehr von anderen Eichenarten.

„Unsere“ Goldeiche ist als Naturdenkmal ausgewiesen, 26 Meter hoch und geschätzt 250-300 Jahre alt. 
Die Berleburger Goldeiche ist ein ganz besonderer Baum. So sieht es auch Annette Denker, die uns diesen Generationenbaum gemeldet hat. „Ein einzigartiger Baum, der mich bei meinen Besuchen in dieser Gegend immer wieder fasziniert. Die Goldeiche ist ein von Geheimnissen umwobener Baum. Er beherrscht den Einstieg in das verwunschene Rüsselsbachtal. Besonders ist der alte Riese allemal, da er in jedem Frühjahr mit "goldenen" Blättern ausschlägt. In Anbetracht der Schönheit und der Geheimnisse der Goldeiche hoffe ich, dass dieser beeindruckende Baum noch lange als "leuchtendes" Symbol für das Wittgensteiner Land in die Welt hinausscheinen wird.“
Recherchen zufolge gibt es weltweit nur eine Handvoll weiterer Exemplare dieser Baumart. Versuche die Goldeiche zu vermehren, sind bislang gescheitert. Dazu wurden u.a. Eicheln gesammelt und neu in die Erde gesetzt. Daneben wurde ein Trieb der Goldeiche mit einem Wurzelstamm einer herkömmlichen Stieleiche verpfropft – auch diese Methode der Veredlung gelang nicht. Ein weiteres drittes Verfahren war angedacht: hierzu sollten Triebe der Goldeiche in einem sehr nährreichen Boden neue Wurzeln bilden. 

Wir sind gespannt, ob es in unserem Projekt gelingt, Nachfahren der Goldeiche anzuziehen. 

Steckbrief

Baumart: mutierte Stieleiche

Lateinischer Name: Quercus robur 'Concordia'

Alter geschätzt: 275 Jahre

Umfang: 3,60 m

Brusthöhendurchmesser: 1,15 m

Höhe: 26 Meter

Naturdenkmal: ja

Standort: Bad Berleburg-Wemlighausen

Ernte: Nachdem der Baum 2023 und 2024 keine Eicheln produzierte, konnte er 2025 erfolgreich beerntet werden. Die Setzlinge befinden sich in Anzucht. 

Pflanzfläche an der Hohen Bracht:

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