302 Stieleiche in Freudenberg

Erholt vom Blitzeinschlag

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Der kleine Freudenberger Ortsteil Oberheuslingen ist geprägt von Fachwerkhäusern, dem sich hindurchschlängelnden „Zeitenbach“ und einem altem Baumbestand. Eine besondere Rolle spielt dabei die sogenannte Backeseiche – eine mehrere hundert Jahre alte Eiche. Ihren Namen verdankt sie dem nahegelegenen „Backes“ (Backhaus), in dem früher nach Siegerländer Tradition gemeinschaftlich Brot gebacken wurde. Ein Blitzeinschlag hat Spuren am Stamm hinterlassen, doch der Baum zeigt sich heute wieder vital und kräftig.

„Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen!“ – Die alte Volksweisheit zeugt von der Furcht vor Blitzeinschlägen vorrangig in Eichen; auch wenn dies statistisch nicht belegt ist. Es wird vermutet, dass dieser Volksglaube sich vom Standort der Bäume ableitet. Man ging früher davon aus, dass Buchen sicherer seien, weil sie eher in Gruppen stehen. Eichen stehen hingegen oft als Solitärbäume in der Landschaft, die als höchste Erhebung weit und breit Blitzen eher ein Ziel boten.
Auch in der Mythologie kam dem Blitzeinschlag in Eichen eine besondere Bedeutung zu. Wurde dieser doch als Zeichen für göttlicher Präsenz gedeutet - als Symbol für Macht, Stärke und Ewigkeit. Die Eiche war demnach als heiliger Baum verehrt und dem Himmelsgott geweiht: den Griechen galt sie als Baum des Zeus, den Römern als Baum des Jupiters und in Germanien als heiliger Baum Donars (Thor). 

Steckbrief

Baumart: Stieleiche

Lateinischer Name: Quercus robur

Alter geschätzt: 350 Jahre

Umfang: 4,35 m

Brusthöhendurchmesser: 1,39 m

Höhe: 23 Meter

Naturdenkmal: nein

Standort: Freudenberg-Oberheuslingen

Ernte: Beim ersten Ernteversuch im Herbst 2023 hatte die Eiche keine Eicheln ausgebildet. Ein erneuter Ernteversuch in 2024 war erfolgreich. 

Pflanzfläche an der Hohen Bracht: Käfer